Die Zahl, die deine Terrasse begrenzt
Viele Gemeinden schreiben in ihrer Bau- und Zonenordnung vor, welcher Anteil eines Grundstücks unversiegelt und begrünt bleiben muss — als Grünflächen- oder Freiflächenziffer. Der Gedanke dahinter: Wo Regenwasser versickern kann, werden Kanalisation und Gewässer entlastet, das Quartier heizt sich weniger auf, und es bleibt Lebensraum. Für dein Projekt heisst das: Die grosszügige Terrasse, der Autoabstellplatz und der Weg ums Haus konkurrieren um dasselbe Budget an befestigbarer Fläche.
Relevant wird die Ziffer vor allem bei Neubauten und grösseren Umbauten — aber nicht nur: Wer nachträglich grosse Flächen befestigt, kann mit der Bauordnung in Konflikt geraten. Und weil Regenwasser zunehmend auf dem eigenen Grundstück versickern muss statt in die Kanalisation zu fliessen, fragen Gemeinden bei Umgebungsgesuchen genauer nach als früher.
Die gute Nachricht: Versiegelt ist nicht gleich versiegelt. Kiesflächen, Rasengittersteine, Pflaster mit Sickerfugen oder wassergebundene Wege lassen Wasser durch — und werden deshalb in vielen Gemeinden ganz oder teilweise ans Grün angerechnet. Wie genau, regelt jede Gemeinde selbst. Wer das früh klärt, gewinnt oft genau die Quadratmeter, die dem Sitzplatz gefehlt haben.