Der Sitzplatz: Lage schlägt Belag
Wenn ein Sitzplatz nicht genutzt wird, liegt es fast nie am Belag — sondern an Lage, Wind oder fehlender Geborgenheit. Deshalb beginnt die Planung nicht im Musterkatalog, sondern mit dem Sonnenlauf: Ein Frühstücksplatz will Osten, ein Feierabendplatz Westen. Wer beides will, braucht zwei Plätze — und das ist keine Dekadenz, sondern oft die beste Investition im ganzen Garten.
Die zweite Zutat ist der Rücken. Menschen sitzen ungern auf dem Präsentierteller; ein Sitzplatz mit Hecke, Mauer oder Haus im Rücken und offenem Blick nach vorn fühlt sich sofort richtig an. Die dritte ist der Weg: Ein Essplatz weiter als ein paar Schritte von der Küche entfernt wird im Alltag verlieren — der ferne Platz im Garten darf dafür der Ruheplatz sein.
Erst wenn Lage, Rücken und Wege stimmen, kommt das Material ins Spiel. Und dann gilt: lieber ein einfacher Belag am richtigen Ort als Feinsteinzeug am falschen.
Wie gross muss er sein?
Noch ein Wort zur Geborgenheit nach oben: Ein Sitzplatz unter freiem Himmel ist mittags unbenutzbar und abends schnell zu frisch. Ein Blätterdach, ein Segel oder eine berankte Pergola machen aus einer Fläche einen Raum — wie das geht, zeigt Ausgabe No. 7 zum Thema Schatten.
