Bewässerung: Planen, bevor man kauft
Der Denkfehler beim Thema Bewässerung ist der Singular. Es gibt nicht «den» Wasserbedarf eines Gartens — es gibt Zonen mit völlig verschiedenen Bedürfnissen: Rasen will regelmässig und flächig, Stauden und Hecken wollen selten und tief an die Wurzel, Töpfe wollen täglich, Gemüse will nach Wetter. Eine Anlage, die alles gleich behandelt, verschwendet Wasser an einem Ort und lässt es am anderen fehlen.
Daraus folgt die Grundregel der Planung: erst Zonen definieren, dann Technik wählen. Für Beete, Hecken und Töpfe ist Tropfbewässerung fast immer die richtige Antwort — sie bringt das Wasser direkt an die Wurzel, verdunstet kaum und hält das Laub trocken. Versenkregner gehören zum Rasen und nur dorthin. Gesteuert wird zonenweise, mit einem Regensensor oder Bodenfeuchtesensor, der die Anlage still legt, wenn es geregnet hat: Nichts untergräbt den Sinn einer Automatik so sehr wie ein Rasensprenger im Gewitter.
Und die Wassermenge? Auch automatisiert gilt die Handregel: selten und durchdringend schlägt oft und oberflächlich. Frühmorgens wässern, damit wenig verdunstet, Mulch in den Beeten, damit das Wasser bleibt — dann ist eine gute Anlage kein Wasserverbraucher, sondern ein Sparprogramm gegenüber dem Schlauch nach Gefühl.