Rasenpflege: Was wann wirklich hilft
Ein Rasen ist keine grüne Fläche, sondern eine Pflanzengesellschaft aus Millionen Gräsern — und wie jede Gesellschaft reagiert er weniger auf einzelne Grosstaten als auf Gewohnheiten. Die wichtigste davon ist das Mähen: regelmässig, nie mehr als ein Drittel der Halmlänge auf einmal, und nie unter vier Zentimeter. Wer zu tief mäht, öffnet den Boden für Sonne und Moos; wer selten und dann radikal mäht, stresst die Gräser genau in den Wochen, in denen sie dicht werden sollten.
Die zweite Gewohnheit betrifft das Wasser. Täglich kurz beregnen erzieht Flachwurzler, die beim ersten Hitzetag schlappmachen. Besser: selten, dafür durchdringend — einmal pro Woche so viel, dass der Boden fünfzehn Zentimeter tief durchfeuchtet ist. Und morgens, nicht abends: Über Nacht nasses Gras lädt Pilze ein.
Bleibt der Kalender. Fast alles, was dem Rasen guttut, hat ein enges Zeitfenster — und fast alle Enttäuschungen stammen aus verpassten oder falsch gelegten Fenstern. Deshalb hier der ganze Jahreslauf in einer Tabelle.
Wer den Aufwand nicht will, hat zwei gute Auswege: einen Kräuterrasen, der Gänseblümchen und Klee bewusst zulässt und mit weniger Wasser auskommt — oder gleich die Blumenwiese auf der Teilfläche. Wie das geht, steht im Titelbeitrag dieser Ausgabe.
