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PFLANZEN — TITELGESCHICHTE

Vom Rasen zur Wiese

Ein Stück Garten, das blüht, summt und nur noch zweimal im Jahr gemäht wird? Der Weg dorthin ist einfacher als gedacht — wenn man drei Dinge respektiert: Magerkeit, Geduld und das Mähregime.
Blühende Blumenwiese mit gemähtem Weg, der hindurchführt (KI-generiertes Bild)
Die Wiese mit dem gemähten Weg: Das Signal, dass hier nichts verwildert, sondern etwas gepflegt wird.
FREIRAUM NO. 5 — RASEN, NEU GEDACHT

Der häufigste Fehler beim Traum von der Blumenwiese ist Ungeduld mit dem falschen Werkzeug: Man streut eine bunte Samenmischung in den bestehenden Rasen und wundert sich, dass nach zwei Monaten alles aussieht wie vorher. Der Grund ist banal — auf nährstoffreichem Boden gewinnen immer die Gräser. Wiesenblumen sind Hungerkünstlerinnen: Sie brauchen mageren Boden, offene Erde und Licht. Ohne Magerkeit keine Margeriten.

Wer es ernst meint, wählt deshalb eine Teilfläche — die sonnigste, magerste Ecke des Gartens — und beginnt dort von vorn: Grasnarbe abtragen, bei fettem Boden mit Sand abmagern, dann eine Schweizer Wildblumenmischung aus regionaler Herkunft ansäen. Es muss nicht der ganze Rasen sein. Die Kombination aus kurz gemähtem Wegrasen und blühender Wiese ist sogar die schönste Lösung: Sie zeigt, dass die Wildheit gewollt ist.

Und dann: Geduld. Im ersten Jahr sieht eine echte Wiesenansaat unordentlich aus — einjährige Pionierblumen, dazwischen viel Grün. Die Stauden, die die Wiese tragen werden, kommen im zweiten und dritten Jahr. Wer im ersten Sommer aufgibt, gibt genau dann auf, wenn es anfängt.

Margeriten, Wiesensalbei und Lichtnelken in einer Blumenwiese, Nahaufnahme (KI-generiertes Bild)
Margerite, Wiesensalbei, Lichtnelke: Das Personal einer mageren Wiese stellt sich im zweiten Jahr ein.
DAS MÄHREGIME

Zweimal im Jahr — aber richtig

Erster Schnittab Mitte Juni, nach der Hauptblüte
Zweiter SchnittSeptember
Schnittgut2–3 Tage liegen lassen, dann abführen
Immer stehen lassen10–20 % als Rückzugsstreifen
Abführen ist entscheidend: Bleibt das Schnittgut liegen, düngt es die Wiese — und die Gräser übernehmen wieder.
«Wer im ersten Sommer aufgibt, gibt genau dann auf, wenn es anfängt.»
VOM LESEN ZUM MACHEN
Ansaat ist Handwerk.
Bodenabtrag, Abmagern, regionales Saatgut: Gartenpflege-Betriebe mit Naturgarten-Erfahrung legen Wiesen an, die auch im dritten Jahr noch blühen.
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Wiesenblumen in Nahaufnahme (KI-generiertes Bild)
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