Vom Grundriss zum Raum
Die meisten Gärten werden nicht geplant, sondern angesammelt: hier ein Beet, dort ein Trampolin, irgendwann ein Sitzplatz, wo gerade Platz war. Das Ergebnis funktioniert — aber es trägt nicht. Wer einmal erlebt hat, wie ein durchdachter Garten Morgensonne, Abendlicht und Blickachsen nutzt, versteht den Unterschied zwischen einer Fläche mit Pflanzen und einem gebauten Aussenraum.
Planung beginnt nicht mit Ideen, sondern mit Bestandesaufnahme. Ein Nachmittag genügt: Grundstück vermessen oder den Katasterplan der Gemeinde ausdrucken, dann eintragen, was sich nicht ändern lässt — Sonnenlauf über den Tag, Schattenwurf von Haus und Nachbargebäuden, schöne und hässliche Blicke, Wind, Zugänge, Leitungen. Diese Karte der Tatsachen ist mehr wert als jedes Inspirationsfoto, denn sie zeigt, wo welche Idee überhaupt eine Chance hat.
Aufnehmen, was ist

Räume zeichnen, nicht Beete
Wege als Dramaturgie
Die fünf Fragen vor dem ersten Strich
