Welcher Garten passt zu dir?
Die schwierigste Frage der Gartenplanung klingt harmlos: Wie soll es denn aussehen? Wer darauf mit einem Sammelsurium aus Pinterest-Bildern antwortet, baut ein Sammelsurium. Hilfreicher ist es, die eigene Grundhaltung zu finden — denn die meisten gelungenen Gärten lassen sich auf drei Temperamente zurückführen, die sich in Pflanzen, Materialien und Pflegeaufwand grundlegend unterscheiden. Keines ist besser. Aber eines passt besser zu dir.
Naturnah, klassisch, architektonisch

Der Naturnahe
- CHARAKTER
- locker, lebendig, summend
- PFLANZEN
- Wildstauden, Gräser, Wiese
- MATERIAL
- Kies, Trockenmauern, Holz
- PFLEGE
- wenig, aber kundig

Der Klassische
- CHARAKTER
- ruhig, symmetrisch, gefasst
- PFLANZEN
- Hecken, Rosen, Formgehölze
- MATERIAL
- Naturstein, Kieswege
- PFLEGE
- regelmässiger Schnitt

Der Architektonische
- CHARAKTER
- klar, reduziert, präzis
- PFLANZEN
- wenige Arten, viele Stück
- MATERIAL
- Beton, Corten, Grossformat
- PFLEGE
- wenig, aber diszipliniert
Der Test für die eigene Haltung ist einfach: Welche der drei Spalten liest sich wie Erholung — und welche wie Arbeit? Wer beim Wort «Wildwuchs» nervös wird, wird im Naturgarten nicht glücklich; wer Buchskugeln als Zwang empfindet, nicht im klassischen. Mischformen funktionieren übrigens gut, solange die Grundhaltung klar bleibt: ein architektonisches Gerüst mit naturnaher Füllung ist heute der vielleicht schönste Schweizer Gartentypus.
